Leerstand-Stau am Hansering

aus HAZ  Do., 27. Juni 2019 20:39 – v.Norbert Mierzowsky – 

Seit Jahren stehen zwei Objekte in Itzum leer / Eigentümerin ist die Baugesellschaft Vonovia / Grünen-Ratsherr will Kataster für freie Wohnungen

Seit mehreren Jahren stehen am Hansering 46 und 48 in Itzum zwei Wohnblöcke leer. Zuletzt gab es zu dem Thema im Februar in Hildesheim einen politischen Streit darüber, wie man das ändern kann. Im März hat der niedersächsische Landtag dann für Kommunen den Weg rechtlich durch ein neues Gesetz gegen Zweckentfremdung frei gemacht. Doch bislang gibt es dazu in Hildesheim noch keine entsprechende Satzung.

Die beiden Hochhäuser in Itzum sind seit 1983 im Besitz der Wohnungsbaugesellschaft, die zu einer der größten Unternehmen in diesem Bereich in Deutschland zählen. Damals wurden sie an die Kommissaranwärter als kleine Appartements vermietet. Doch Mitte 2007 war damit endgültig Schluss, weil die entsprechende Fachhochschule in Hildesheim geschlossen wurde.

Zehn Jahre später hatte die Vonovia eine Baugenehmigung bei der Stadt beantragt, um die Wohnungen zu vergrößern. Der Antrag wurde 2018 genehmigt. Doch seitdem ist immer noch nichts passiert. Als Grund nennt die Unternehmenssprecherin Panagiota-Johanna Alexiou auf Nachfrage die fehlende Zustimmung der NBank für die Finanzierung.

Die NBank ist im Auftrage des Landes Niedersachsen dafür zuständig, zum Beispiel soziale Wohnraumförderung oder ähnliche Investitionen zu fördern. Bei Nachfrage der HAZ bei der NBank erklärt deren Pressesprecher Bernd Pütz, dass in seinem Haus keine Anträge auf Förderung seitens der Vonovia bekannt seien. Außerdem würde es bei mehrjährigen Leerständen in der Regel auch keine Förderung geben. Auch eine zweite Möglichkeit greife nicht: Dazu müsste Itzum als ein Stadtteil mit einem besonderen sozialen Förderungsbedarf anerkannt sein. Das ist nicht der Fall.

Der Blick auf die Klingelschilder eines der beiden Objekte im Hansering zeigt, das in dem Objekt allein 64, vermutlich kleine Appartments zur Verfügung stehen.

Volker Spieth, Grünen-Ratsherr und Geschäftsführer des Mietervereins, hat in den vergangenen Monaten wiederholt auf verschiedene Leerstände in Hildesheim hingewiesen. Eine seiner Forderungen ist, ein sogenanntes Leerstandskataster zu erstellen. Mit dem neuen niedersächsischen Gesetz gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum, das seit März dieses Jahres in Kraft getreten ist, sei der Missbrauch auch genauer fassbar. Eine Zweckentfremdung sei es zum Beispiel, wenn der Wohnraum seit mehr als sechs Monaten ununterbrochen leer steht.

Weitere Beispiele für Leerstände kann Spieth auch nennen. Neben dem Hansering ist das Eckgebäude Damm-/Burgstraße sowie ein Wohnblock in der Oststadt.

Mieterverein Hildesheim August 8, 2019